|
Ein alltägliches
Beispiel hierfür ist jedem Brillenträger bekannt. Beim Aufsetzen einer neuen
Brille mit etwas veränderter Dioptrienzahl (oder auch nach einem Wechsel von
Kontaktlinsen zu einer Brille) bemerkt man sofort eine Diskrepanz zwischen
der visuellen Wahrnehmung der Umgebung und dem Gleichgewichtsempfinden.
In der Regel klingt diese Diskrepanz innerhalb von Minuten oder Stunden ab,
je nach Anpassungsfähigkeit der beteiligten Strukturen im Hirnstamm an die
neue Konstellation von sensorischen und motorischen Abläufen. Ein solcher
Prozess kann nur deshalb stattfinden, weil unsere Hirnstrukturen diesen hohen
Grad an Plastizität besitzen, aber durch den Ausfall gestört ist.
4.11.2001
|